Sprache auswählen

Foto: Volodymyr Shcherbak | adobe stock
Foto: Volodymyr Shcherbak | adobe stock

Enthärtung von Wasser

Wasserenthärtung schützt Leitungen vor Kalk und Korrosion

Die Wasserenthärtung ist ein zentraler Bestandteil der Trink- und Prozesswasseraufbereitung. Sie schützt Rohrleitungen, Geräte und Anlagen vor Kalkablagerungen und Korrosion. Im Folgenden werden Grundlagen, Definitionen und gängige Verfahren zur Reduzierung der Wasserhärte vorgestellt.

 

1. Warum wird Wasser enthärtet?

Eine Enthärtung von Wasser erfolgt, um Korrosionen und Ablagerungen an Rohrleitungen und wasserführenden Teilen zu verhindern. Die Reduzierung der Wasserhärte hilft, Schäden und Effizienzverluste in technischen Anlagen zu vermeiden.

 

2. Grundlagen zur Wasserhärte

Die Härte des Wassers wird hauptsächlich durch Calcium- und Magnesiumionen verursacht. Obwohl Härtewerte in der Trinkwasserverordnung keine prüfpflichtigen Parameter mehr sind, ist ihre Ermittlung weiterhin für technische Anwendungen relevant.

2.1 Definition der deutschen Wasserhärte

  • 1 °dH = 0,18 mmol/l Erdalkalien
  • 1 °dH = 0,36 mval/l Erdalkalien
  • 1 °dH = 1,00 mg/l Kalziumoxid (CaO)
  • 1 °dH = 7,14 mg/l Kalzium (Ca)

2.2 Härtebereiche nach deutschem Waschmittelgesetz

Härtebereich deutsche Härte (°dH)
1 0 – 8,4 °dH
2 8,4 – 14 °dH
3 über 14 °dH

 

3. Verfahren zur Enthärtung

3.1 Ionenaustauschverfahren

Beim Ionenaustausch werden Calcium- und Magnesiumionen durch Natriumionen ersetzt. Eingesetzt werden stark saure Kationenaustauscher in der Na-Form. Zur Regeneration des Harzes wird eine Salzsole über das Harz geleitet.

  • Regeneration erfolgt automatisch
  • Doppelanlagen ermöglichen Enthärtung auch während der Regeneration
  • Wasserfilter und DVGW-zertifizierte Bauteile sind gemäß DIN EN 1717 erforderlich
Verfahrensgrenzen:

Zur Reduktion um 1 °dH werden etwa 8,2 mg Natrium pro Liter benötigt. Der Natriumgrenzwert laut Trinkwasserverordnung liegt bei 200 mg/l.

3.2 Härtestabilisierung

Durch phosphathaltige Wirkstoffe wird das Ausfallen von Härtebildnern verhindert. Bis zu 90 % Härtestabilisierung ist möglich.

  • Geeignet für Privatbereich
  • Wirksamkeit begrenzt durch Temperatur (meist max. 60 °C)

3.3 Membranverfahren (Nanofiltration)

Bei Nanofiltrationsanlagen ist eine Härtereduzierung auf ca. 50 % der Rohwasserhärte möglich. Sie arbeiten ähnlich wie Umkehrosmoseanlagen und halten Calcium- und Magnesiumverbindungen zurück.

  • Wasseranalyse ist zwingend erforderlich
  • Modulauswahl entscheidend für Effizienz

 

4. Korrosionsschutz (Nanofiltration)

Bei Verwendung von metallischen Rohrleitungen ist ein geeigneter Korrosionsschutz unerlässlich. Empfehlungen können nur auf Basis einer konkreten Wasseranalyse gegeben werden.

Sprache auswählen